Zecken beim Hund – Was Du als Hundebesitzer wissen solltest

Nahezu täglich ist Dein vierbeiniger Freund im Stadtpark, am Waldesrand oder auf Wiesen im Lebensbereich von Zecken unterwegs. Was für Zecken ideal ist, kann für Deinen Hund gefährlich sein.

Denn die Blutsauger können durch ihren Biss eine Vielzahl an Krankheitserregern übertragen. Sie können die gefürchtete Borreliose beim Hund auslösen und nicht nur das, denn die Gefahr, dass im Kontakt mit einer Zecke auch eine Hirnhautentzündung entstehen kann, ist durchaus auch gegeben.

Da sind zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen realistisch und angebracht. Schließlich wollen wir unseren geliebten Hund nicht den täglich gewohnten Ausgang verwehren. Daher möchten wir Dich nun darüber informieren, was Du beachten solltest.

Gefahr durch Zecken

Hunden ist es auf befestigten Wegen viel zu langweilig. Sie durchstreifen am liebsten Lichtungen, Rastplätze und Uferbereiche. Doch im Gras oder Unterholz halten sich gerne Zecken auf. Sollte Dein Hund auf seiner Entdeckungstour von einer Zecke gestochen werden, kann er den Blutverlust selbst gut ausgleichen. Problematisch ist jedoch ein starker Befall mit Zecken.

Noch gefährlicher sind die Erreger, die Zecken in sich tragen. Mit einem Biss können sie Deinen Hund infizieren und dabei folgende Krankheiten verursachen:

  • Borreliose
  • Ehrlichose
  • Anaplasmose
  • Babesiose
  • Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Untersuchungen zufolge sind Hunde trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei einem Zeckenbiss gefährdeter als Katzen. Experten gehen davon aus, dass jede dritte Zecke mit Borrelien – den Erregern der Borreliose – infiziert ist.

So konnten in Deutschland bei etwa einem Fünftel aller Hunde sogenannte Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Borrelien nachgewiesen werden. Doch zum Glück bedeutet nicht jeder Kontakt Deines Hundes mit den Erregern, dass eine Erkrankung ausgelöst wird.

Wann sind Zecken besonders aktiv?

Zeckensaison ist von Anfang März bis Ende Oktober. Selbst im Winter gibt es Zeckenarten wie den Gemeinen Holzbock, der unter 10 Grad Celcius Aktivität zeigt.

Hygiene ist in der Zeckenzeit besonders wichtig

Da Hunde ihren Eigengeruch sehr lieben, sehen viele Hundehalter von einer regelmäßigen Reinigung ihres Schlaf- oder Lieblingsplatzes ab. Diese Rücksichtnahme sollte vor allem in den Zeiten des starken Zeckenbefalls vermieden werden.

Denn in dieser recht unruhigen Zeit für Mensch und Tier können verstärkte Hygienemaßnahmen in den meisten Fällen wahre Wunder bewirken. Waschen was das Zeug hält ist da die Devise!

Egal ob es die Schlafdecke, das Plüschspielzeug, das Kissen oder der Teppich des Hundes ist – eine 60-Grad-Wäsche sollte mindestens einmal pro Woche auf dem Programm stehen.

Denn nur so kann den unliebsamen Zecken effektiv und unwiderruflich der Garaus gemacht werden. Wenn der Hund ein Schaffell als Schlafplatz bevorzugt, sollte dieses in Zeiten des starken Zeckenbefalls für 24 Stunden in den Gefrierschrank gelegt werden. Hierbei sollte der Temperaturregler bei mindestens 20 Grad minus stehen.

Bekämpfung von Zecken

Du solltest wissen, dass Zecken beim Hund an Ort und Stelle bleiben, bevor sie zustechen. Anders als beim Menschen, wandern sie bei Tieren nicht durchs Fell. Deshalb sind Zecken zu 44 Prozent am Kopf Deines Hundes zu finden.

Achte bei Deiner suche nach Zecken besonders auf:

  • Nacken
  • Brust
  • Rücken

Und am besten ist es, wenn Du dazu auch einen Flohkamm benutzt, denn nicht jede Zecke setzt sich sofort bei Deinem Hund fest.

Die Erreger benötigen zwischen 16 und 24 Stunden, um auf den Hund übertragen werden zu können. Daher ist es sehr wichtig, dass Du Deinen Hund sofort nach dem Spaziergang auf Zecken untersuchst.

In einer veterinärmedizinischen Studie wurden 90 Hunde in Österreich für ein Jahr lang auf ihren Zeckenbefall hin beobachtet. In diesem Zeitraum sammelten die Hundebesitzer insgesamt 700 Zecken.

Wie wird eine Zecke beim Hund entfernt?

Verwende dazu einen Zeckenhaken, um den Parasiten sauber und unzerquetscht zu beseitigen. Von der Verwendung einer Pinzette oder Zeckenzange wird beim Hund dringend abgeraten!

Sorge zunächst für ein entspanntes Tier. Dann solltest Du das Fell wegstreichen und die Zecke gut erkennbar freilegen. Schiebe anschließend den Zeckenhaken unter den Blutsauger und dreh so lange, bis die Zecke von selbst loslässt.

Lege die Zecke gleich auf einen Klebestreifen, verschließe diesen gut und übergib alles umgehend dem Müll.

Wer jeden Tag mit seinem Hund in der Natur unterwegs ist, sollte sich selbst in die Suche nach Zecken einschließen. Ratsam ist es, die Strümpfe über die Hose zu ziehen, um den Zecken vom Gras den Eintritt ins Hosenbein zu erschweren. Hier ist noch ein passendes Video für Dich, da kannst Du Dir ansehen, wie man eine Zecke entfernen kann.

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Vorbeugung von Zecken

Experten empfehlen bei Hunden als erste Maßnahme eine Borreliose-Impfung. Sie schützt jedoch nicht gegen Zeckenbisse. Bis heute ist der Nutzen einer Schutzimpfung umstritten. Offenbar eignet sie sich nicht gegen die in Deutschland verbreiteten Borrelienarten.

Der Markt bietet mittlerweile viele Mittel zur Vorbeugung – vom Zeckenhalsband bis zum Zeckenspray. Mancher Hundebesitzer schwört auf Knoblauch.

Doch Vorsicht! Zu viel von dem Hausmittel kann für Deinen Hund giftig sein. Eine andere Möglichkeit ist es, sogenannte Spot – on’s zwischen die Schulterblätter Deines Hundes zu tropfen. Sie vergiften die Blutsauger, so dass sie vertrocknen und schneller abfallen.

Homöopathische Mittel zur Vorbeugung

Nach einem Dog-Workout stellen Zecken und Zeckenbisse für Hunde eine recht unangenehme Begleiterscheinung nach einem ausgiebigen Dog-Workout dar. Doch zum Glück gibt es inzwischen eine Vielzahl an hilfreichen homöopathischen Mitteln, die sich zur Vorbeugung eignen.

Hier einige Globuli zur Auswahl:

Apis Mellifica D6 – Dosierung: Nach dem Zeckeneinstich 3 bis 4 Globuli.
Ledum D12 – Dosierung: 3 mal 5 Globuli täglich.
Mezereum D12 – Dosierung: 3 mal 5 Globuli täglich.

Nach einem Zeckenbiss:

Apis Mellifica C6, D6 oder D12 – Dosierung: 3 bis 4 Globuli.
Ledum Palustre C6, D6 oder D12 – Dosierung: Bis zur Genesung 5 Globuli täglich.

Trotz der hier erwähnten Hilfsmittel solltest Du in Sachen Zecken und Zeckenbisse auch einen vertrauenswürdigen Tierarzt zu Rate ziehen. Als Alternative seien auch durchaus kompetente Tier-Heilpraktiker, die zielorientiert und einfühlsam auf die individuellen Eigenschaften von Hunden eingehen.

Übrigens: es gibt auch zahlreiche Tierärzte die sich überwiegend auf das Gebiet der artgerechten homöopathischen Heilung spezialisiert haben. Ob in der unmittelbaren Umgebung, in der umliegenden Region oder etwas weiter entfernt – zum Wohle des Vierbeiners lohnt sich ein Besuch beim Tierarzt!

Fazit

Mit einer regelmäßigen Kontrolle Deines Vierbeiners kannst Du selbst viel zum Schutz Deines Hundes vor einem Zeckenbiss beitragen. So wird jeder Spaziergang zu einem ungetrübten und freudigen Ereignis für Euch beide.